Unsere Apfelstreuobstwiesen im Winterschlaf

Die Natur gönnt sich
ihre verdiente Vegetationsruhe

Nach den Anstrengungen des Sommers ist es für die Natur jetzt an der Zeit, sich von den Strapazen zu erholen. Es beginnt die ersehnte Vegetationsruhe.

Im November verlieren die Bäume nach und nach ihre Blätter. Das Laub bedeckt den Boden und wird gelegentlich durch eine kräftige Windböe aufgewirbelt. Die Nährstoffe in den Bäumen werden über die Winterzeit in die Wurzeln verlagert. Es ist ruhig auf unseren Streuobstwiesen geworden, denn auch bei den Tieren beginnt nun die Zeit von Winterruhe/-schlaf bzw. der Winterstarre. Lediglich viele Singvögel, die den Winter über bei uns geblieben sind, freuen sich über das Futter in den Bäumen, denn vereinzelt hängen noch Äpfel, Birnen und Quitten.

Auf den Streuobstwiesen beginnt jetzt die Pflegearbeit. Viele Obstbäume werden mit Holz oder Draht gegen Wildverbiss abgeschirmt. Der Winterschnitt an wenig empfindlichen Obstgehölzen wird durchgeführt. Die Rinde der Bäume werden nach Puppen und Larven von Apfelwicklern abgesucht. Von der Monilia-Fruchtfäule befallene Fruchtmumien werden entfernt, ebenso vom Mehltau befallene Zweige. Bei den Jungbäumen werden Stützpfähle und Kokosfaserstricke ausgebessert. Die dabei entstehenden Reisighaufen vom Winterschnitt ergeben gute Unterschlupfmöglichkeiten für Igel und andere Tiere.

Im Januar herrscht Vegetationsruhe bei den Obstgehölzen. Alles ruht in sich. Beim Abschmelzen der Schneedecke können ein paar Pflanzen, wie die Schneeglöckchen, bereits zu blühen beginnen. Die Bewohner der Streuobstwiesen, wie etwa der Siebenschläfer, befinden sich zu diesem Zeitpunkt noch in tiefem Winterschlaf. Aber auch andere Tiere, wie der Maulwurf, halten noch Winterruhe oder befinden sich, wie die Waldeidechse, in der Winterstarre.

Ab Februar beginnt die Natur behutsam mit ihren ersten Aktivitäten. Die Obstbäume fangen bereits an auszutreiben. Die ersten Bewohner der Streuobstwiese erwachen wieder aus ihrer Winterruhe bzw. –starre. An den sonnigen Plätzchen zeigen sich die ersten Frühlingsblumen. In kleinen erkennbaren Schritten verwandeln sich unsere Streuobstwiesen in ein pulsierendes Leben, das uns so vertraut ist.

Für die Streuobsteigner ist die Zeit für den Baumschnitt an empfindlicheren Apfel- und Birnensorten gekommen, ebenso die Kontrolle der Bäume auf Obstbaumkrebs und auf Frostrisse im Stamm junger Bäume. Die Rinde wird, wie schon im Herbst, nach Puppen und Larven untersucht. Bereits hängende Nistkästen werden gereinigt oder neue Nistkästen angebracht, damit im Sommer unsere Streuobstwiesen in voller Pracht erstrahlen.

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